Sieht Claire da sitzen und geht langsam auf sie zu.
"Claire...", sagt sie sanft und setzt sich neben sie.
<Was soll ich bloß sagen>
Sie sieht in die Ferne und brachte kein Wort heraus.
<Komm schon sag was..>
"Es...es...es.....tut mir...Leid", stottert sie.
"Ich hätte es dir sagen müssen, aber ich hatte Angst, dass du dann Alex die Schuld gibst und es zwischen euch kaputt geht.", sieht weiterhin in die Ferne.
"Egal was ich anfasse, geht schief, aber ich will nicht, dass es bei dir diesmal auch schief geht.", sieht kurz zu Claire und wieder in die Ferne.
"Weißt du, manchmal denkst du, es ist besser, wenn man es den betroffenen verheimlicht, aber dann merkt man, dass genau das, dass falsche ist.....ich wollte es bei dir richtig machen.", langsam beginnt sie zu zittern.
"Ich wollte dir helfen...ich wollte es dir erzählen, aber dann kam immer etwas dazwischen oder ich fand den Mut nicht, oder der richtige Zeitpunkt war nicht da....und als ich Tess, dann sagte, dass es eine Notlüge war, dachte ich...es wäre erledigt und keiner muss darauf rumreiten.....ich hab ein Fehler gemacht....", sieht Claire flehend an.
"Ich will bei dir nicht den selben Fehler machen, wie bei Rose...Bitte, verzeih mir.", sieht sie mit wässrigen Augen an.
Hört sich alles an und kann es ja auch irgendwie nachvollziehen.
"Stevie...erstens...kenne ich deine Lebensgeschichte nur zu gut. Zweitens, kann ich das ja alles irgendwie auch nachvollziehen. Tess wäre nie gekommen wenn du ihr die Wahrheit gesagt hättest....aber zumindest, in dem Moment, wo alles eingerenkt war...hättest du es sagen sollen", macht eine Pause.
"Du müsstest doch wissen, dass ich dir nicht den Kopf abreiße oder sonst was. Ich kenne Tess und ich kenne ja jetzt auch ihre Seite der Geschichte, dass sie genau wie ich dachte, wir wollten nichts mehr von ihr wissen...das ist blöd gelaufen...", macht wieder eine Pause.
"Irgendwie ist alles blöd gelaufen...vielleicht bin ich auch viel zu eifersüchtig...", sagt sie relativ gefühlskalt und starrt in die Ferne.
Ist etwas erleichtert, dass sie nicht wirklich sehr wütend auf sie ist.
"Ich liebe ich nicht, Claire...ich liebe Alex NICHT!!", sagt sie zu ihr.
<Hörst du mich: ICH LIEBE IHN NICHT!>
"Er liebt dich....nur DICH ALLEIN und du brauchst nicht einfersüchtig sein", sagt sie ihrer Freundin.
"Claire...du hast gesehen, dass ich im Auto war...aber ich bin nicht gegangen und das, weil ich nicht mehr davon laufe, weil ich dich nicht als Freundin verlieren will.....ich brauche dich...unsere Gespräche...unser Spaß....unsere Freundschaft, die mir in vielen Situationen Kraft gibt...die mir Mut gibt, Dinge zu tun, die ich mir nie zugetraut hätte...Nimm heute, den Anruf zu Rose...ohne dich, hätte ich das nie gemacht..."
<<Vielleicht hat sie es diesmal endlich gelernt!>>
"Davonlaufen bringt nichts, Stevie...ich bin froh, dass du es endlich verstanden hast. Der Anruf, war ein wichtiger Schritt in eurer Beziehung. Guck mal, Rose ist erst 6... sie wird es vielleicht noch nicht verstehen. Aber sie wird es akzeptieren. Wenn sie in der Pubertät ist...dann kannst du das alles vergessen...", sieht sie an.
<<Sie ist mir ja auch wichtig. Gerade deswegen war ich ja so enttäuscht...>>
"Aber jetzt...muss ich den Rest des Tages hier oben bleiben... ich kann doch nicht wieder runter gehen und schon mal gar nicht den anderen unter die Augen treten...", sagt sie leise und sieht in die Ferne.
"Ich hab ihn geküsst und das nachdem ich ihm einiges über mein Leben erzählt habe...was ist wenn es nur aus Mitleid war?? Ich will es einfach nicht wissen, wieso er es erwidert hat...es einfach nur immer wieder vor meinen Augen sehen...und es genießen!"
"Du hast....", stockt, <<...die kennen sich jetzt...höchstens 2 Tage... und...>>, steht auf. Ein loser Dachziegel, auf dem Claire steht, löst sich und Claire rutscht aus. Sie landet auf dem Bauch und rutscht kopfüber Richtung Dachrinne. Claire schreit auf.
"Bleib bloß da sitzen Stevie...", schreit sie in Panik und bremst mit den Händen, doch sie rutscht immer weiter.
"Bewegst du deinen Arsch...bringe ich dich um...", schreit sie Stevie an, weil sie gemerkt hat, dass da noch mehr lose Ziegel sind.